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Nepal! Es beginnt mit einem Anfang.

Nepal lungert als „Da-will-ich-mal-hin-Land“ seit meinem mündlichen Abi im im Jahr 1976 im Kopf herum. Meine Prüfung im Fach Geschichte sollte an der Seite von Georg V. stattfinden, einem nicht ganz geradlinigen Sohn einer SoWi Lehrerin an unserem Gymnasium. Mir war es nicht gelungen mit Georg im Vorfeld dieser Prüfung Kontakt zwecks gemeinsamer Abstimmung aufzunehmen und ich hoffte auf sein Spontanredetalent. Ehrlich? Ich war schon ein bisschen sauer, aber nahm mir vor alles mit kühler Arroganz zu übergehen, wenn er denn nun an diesem Tag im Mai 1976 auftauchte. Dies tat er aber nicht. Er kam nicht. Dafür aber dann die folgende Info einer Mitschülerin, fett grinsend: „Auf den Gregor bin ich ja mal gespannt! Ob DER hier aufkreuzt? Das schafft der doch nie! " Ich. " Wieso denn nicht? Das muss er doch! Heute ist doch Abiprüfung. Da muss er doch kommen."Sie, gedehnt: " Tjaaaa, ich hab gehört, der Gregor hat im Februar einen Mercedes nach Kathmandu gefahren und kommt jetzt nicht weg. Da ist nämlich jetzt Regenzeit, Monsun."Als ich das hörte, fiel mir mein Kinn auf's Knie. Es klang sooo abgedreht aber gleichzeitig so spannend und märchenhaft nach Rebellion, Andersein, Träume wahr machen, Fraben, Drogen..... FAN TAS TI CO!!!! Meine Fantasie hatte ein Spielzeug bekommen und wurde später noch einmal kräftig gefüttert durch Bob Segers Song über K-K-K-K-K-K-Kathmandu.Kathmandu! welch ein Sound! Da wollte ich hin. Einmal. Zumindest bevor ich sterbe. Mein Wunsch wurde lange aufgeschoben, drohte in Vergessenheit zu geraten und abgehakt zu werden. Mit der Zeit, die vergeht, ist es so eine merkwürdige Sache. Sie legt manchmal einen Schleier auf Emotionen und Wünsche.Oft ist es ganz praktisch, wenn man nicht mehr erinnert wird. Die Jahre bringen neue, andere Leidenschaften, das Feuer der alten brennt nicht mehr so hell. Ich weiß nicht einmal, ob ich traurig gewesen wäre, wenn ich an meinem Lebensende festgestellt hätte, dass dieser Wunsch unerfüllt geblieben wäre.Aber dann kam Katja, meine Arbeitskollegin....Zu Weihnachten 2014 schenkte sie mir ein Tagebuch, welches sie von einer Reise nach Nepal mitgebracht hatte. Einige Zeit zuvor erzählte sie mir davon, dass Nepal für sie mit den Augen Buddhas für immer verbunden ist. Sie sind dort auf Taschen, T-Shirts, Emblemen , Tassen und anderen Gegenständen abgebildet. Auch auf dem Buch, das Katja mir schenkte, dessen Seiten ich während meiner Reise gern füllte.Und nun beginnt's. 4. OktoberKathmandu!...........ist grünhügelig von oben anzuschauen, wenn man hineinfliegt. Eine Landschaft, die einem erstaunlich bekannt vorkommt und mit ihrer Vegetation eher an den Schwarzwald erinnert als die Vorstellung eines märchenhaft fernen, fremden Landes erfüllt. Saftig grüne Erhebungen breiten sich vor meinem Auge aus, die umrandet sind von erdbraunen sich in den Tälern schlingenden Pfaden oder Straßen. Ein paar dieser Umrandungsschlingen sind blau und müssen demnach Flüsse sein. So sieht Kathmandu von außen, von vorne und oben aus.Innen drin ist es bunt und laut und vor allem eng.So stellt sich die Thamel, das Shopping-Herz von Kathmandu dar. Dieses Herz hat unzählige kleine Äderchen, Gässchen, in denen sich ein Bazar neben den anderen reiht. Angeboten wird hauptsächlich traditionelle Ware, besser gesagt, das, was ein Tourist für authentisch erachtet: T-Shirts mit Motivdrucken, die die Liebe zu Nepal bekennen oder Klangschalen, Räucherstäbchen, Taschen und nebenher alles, was ein Trackerherz begehrt. Die Thamel ist so winkelig und verschachtelt, dass man sich darin verirren und nie wieder hinausfinden könnte. Ich bin fasziniert und wieder einmal neu, obwohl mir vieles vertraut ist von einem vorherigen Besuch in Südindien. Wieder einmal treffen mich Farben und Gerüche mit solcher Wucht, dass ich die Augen schließe und denke:“ So fühlt sich „glücklich“ an.“ In diesem Augenblick möchte ich meine Haut, meine Haare und meine Poren dazu öffnen, um dieses glücklich einzufangen und innen drin zu verschließen.​​In diesem ersten Moment bekomme ich nicht genug von diesen Sinnesdingen….dafür aber bald schon vom ständigen Gehupe der Autos, Motorräder und Tuck-Tucks, die fortwährend in engen und unberechenbaren Kreisen um mich herum kurven. Ich gesteh mir ein, dass mich dies nervös und irgendwie unsicher macht und nur nach ein paar Schritten, die in diesem Gewimmel aussehen wie erste Gehversuche, entdecke ich auch eine augenfällige Armut neben der Hauptader der Thamel. Auch in Asien drängt man die Armut in dunkle Ecken. Nepal ist ein armes Land. Es topt in der traurigen Liste der ärmsten Länder der Welt somit auch Indien. Auf der Fahrt zum Hotel habe ich kaum mal ein wirklich prachtvolles Gebäude gesehen. Fast alle Häuser sehen unfertig aus. Oder verfallen. Hier in Kathmandu schaffen die Nepalesen sogar beides zugleich: die Häuser sind in den oberen Etagen noch nicht fertig, was ein Strauß Moniereisen demonstriert, während das Erdgeschoß bereits vergammelt und verfault. Reste von Gebäudeteilen, die noch bewohnbar sind, werden mit Wellblechen an andere weniger morbide Reste geklebt und schaffen somit neuen Lebensraum. Ich denke: „ Ein Europäer würde darin nicht einmal sein Auto parken!“. Aber hier drin wird gewohnt. Ein wenig macht es den Eindruck, als könnten die Häuser sich nicht entscheiden, welcher Anteil der dominantere ist, der kaputte oder der heile, und daher bleiben sie stehen.Hier wird mir wieder klar, wie verwöhnt ich bin und was ich für mein Dasein als unerlässlich erachte. Doch sind die Menschen hier nicht unglücklich. Sie leben. Und lieben das Leben. Dies drückt sich zum Beispiel in ihrer Verehrung den Göttern gegenüber aus und in der Fröhlichkeit auf den Gesichtern. Ich wünsche mir, meins wäre auch so.Die Nepalesen sehen für meine Augen seltsam vertraut aus. Wie Inder. Und das sind sie in der Tat. Zum aller größten Anteil sind es ausgewanderte Brahmanen, also die Spitzenkaste der indischen Hierarchie, die Indien verließ um das Weite in Nepal zu suchen und schließlich zu finden. Die verheirateten Frauen, die für gewöhnlich das heimische Feuer hüten und nur selten berufstätig sind, kleiden sich durchgängig in Saris wie die Inderinnen. Die jungen noch nicht verheirateten tragen bunte Tunikas über langen Hosen. Die Schulkinder eine Uniform, die die Farbe der jeweiligen Schule zeigt. Überflüssig zu erwähnen, dass selbst die Gesichter der Nepalesen für mich denen meiner indischen Erfahrungen so sehr ähneln, dass ich keine Unterscheidung zu treffen vermag.Mein erster Eindruck ist, das hügelige Kathmandu sieht von außen-oben aus wie Wuppertal auf indisch, jedoch innen-unten wie der Irrgarten bei Harry Potter mit all seinen magischen Geheimnissen.Nepal ist prächtig!​Teil I ​
7.3.17 16:29
 
Letzte Einträge: ....weiter geht's in Kathmandu, 4. Oktober


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